Bei der Pronea S wurde besonderer Wert auf leichte, intuitive Bedienung gelegt - so haben die Konstrukteure zugunsten der Benutzerfreundlichkeit auch mal auf die eine oder andere Funktion verzichtet. Beispielsweise fehlt der manuelle Belichtungsabgleich. Er wurde nicht gedankenlos eingespart, sondern aufgrund der Überlegung, daß die manuelle Einstellung von Belichtungszeit und Blende eigentlich anachronistisch und nur für gezielte Abweichungen von den gemessenen Belichtungswerten noch sinnvoll ist. Zu gestalterischen Zwecken lassen sich Belichtungskorrekturen aber ebensogut in einer der Automatikfunktionen vornehmen. Nur den eingeschliffenen Gewohnheiten langjähriger Fotografen kommt die manuelle Belichtungseinstellung, die ja inzwischen auch schon längst elektronisch erfolgt, noch entgegen.
Bei der Pronea 600 i als Zugeständnis an die Gewohnheit noch vorhanden, ist die manuelle Einstellung von Zeit und Blende bei der Pronea S deshalb fortgefallen. Kein Grund zur Beunruhigung - die Belichtung läßt sich innerhalb von plusminus 2 EV in allen Automatikprogrammen korrigieren. Anfänger hingegen haben eine Funktion weniger an der Kamera, in die sie sich erst einarbeiten müßten.
Ebenfalls fortgefallen ist die Wahl zwischen unterschiedlichen Belichtungs-Meßmethoden: Nur die Drei-D-Matrixmessung ist noch übrig, auf Integral- und Spotmessung wurde verzichtet. Für den Profi und vielleicht den engagierten Hobbyfotografen weniger schön, ist der Fortfall dieser Meßmethoden nur konsequent, da die Drei-D-Matrixmessung in den Händen der meisten Fotografen immer das besser belichtete Bild bringen wird.
Die Belichtungszeiten und die Blitzsynchronzeit der Pronea S weisen in dieselbe Richtung: 30 s - 1/2000 s sind heutzutage nicht unbedingt das Maximum an Technik, ebensowenig die kürzeste Synchronzeit von 1/125 s. Doch wir wissen inzwischen, daß die Pronea S nicht die Grenzen der Fotografie stürmen, sondern möglichst vielen Benutzern möglichst viel Spaß machen will - und das gelingt ihr auch mit 1/2000 s. Ein weiteres Ergebnis dieser Produktphilosophie wird Ihnen womöglich zuerst überhaupt nicht auffallen: die Pronea S besitzt keinen Blitzschuh! Ob das ein Ergebnis des Anstrengungen ist, sie kompakt zu halten, oder ob es eher daran liegt, daß die Pronea S nach Meinung ihrer Konstrukteure keinen braucht - wer will das entscheiden? Wahrscheinlich treffen beide Begründungen zu. Das Konzept der Pronea S, bei weitgehender Entlastung von ''Funktionsballast'' dem Benutzer ein Höchstmaß an gestalterischer Freiheit zu bieten, tritt auch hier wieder hervor - wer wirklich einen externen Blitz anschließen will oder muß, kann das mit Hilfe der Fotozelle SU-4 auch ohne den Blitzschuh. Der eingebaute Blitz übernimmt dann die Steuerung des externen Blitzgerätes.
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